KLR 500

Hallo Leute,
mal wieder Neuzugang im Hause Zehe. Eine KLR 500 ist mir über den Weg gelaufen und steht jetzt in der Garage und wartet auf Ihre Reanimation.
KLR 500? Gibts doch gar nicht, doch gab es mal und zwar Ende der 80er in Österreich und wohl auch noch ein paar anderen Ländern, die Sondersteuern auf „hubraum starke 🙂 “ Motorräder hatten.
Da hat Kawa kurzerhand andere Kolben und Zylinder verbaut, den Vergaser umbedüst und tara, gab es eine KLR 500.

Leider findet man fast keine Informationen zu diesem Motorrad, außer ein paar Nebensätze im WHB.

Getreu des Wahlspruchs: „der schlimmste Feind des Motorrads ist der Vorbesitzer“ ist da natürlich auch wieder einiges zu machen.
Der Zylinderkopf ist aufgrund eines Wartungsfehlers dahin (Nockenwellen Schaden) und auch sonst sind, was aber wiederum Normal ist, bei einem fast 30 Jahre alten Motorrad, einige Ecken die Pflege brauchen vorhanden.

Hier mal erste Bilder:

Tja, da hat mich der Verkäufer ordentlich verarscht. Danke nach Österreich nach Spittal an der Drau 🙁
Da wohnt das Arschloch nämlich.

Was macht man, wenn man doof ist und nicht weiß wie man ein Polrad runter bekommt? Man frägt jemanden, der sich auskennt? Nein, viel zu einfach für Idioten. Man nimmt die Flex und flext das Polrad runter. Ups, da ist ja noch ne Kurbelwelle, egal, man kann das neue Polrad ja dran kleben, hält sicher.

Natürlich hat der Spinner, außer dem Motor, noch einiges mehr zerstört bei seinen Aktionen, Hier mal eine kleine Auflistung der Zerstörungsorgie:

– Der Typ ist extremer Grobmotoriker und hat die meisten Schrauben nach dem Motto angeochst, nach fest kommt ab. Drehmomente egal, Hauptsache fest geknallt.
– Eine Schraube hat er dabei abgerissen, aber statt die Schraube raus zu bohren (was an der Stelle problemlos gegangen wäre) hat er die beiden Teile mit Kabelbinder verbunden!
– Natürlich hat er auch einige Schrauben mit Gewalt in die Gewinde gemurkst, sodass diese jetzt kaputt sind. Leider auch welche, die man nicht so einfach wieder hin bekommt.
– Einige Stecker hat der gute Mann durch Lästerklemmen ersetzt. Dabei aber den Draht weder verzinnt noch mit einem Kabelschuh versehen, sodass die einzelnen Adern schön brechen konnten. Die Hauptleitung zur Beleuchtung hing sage und schreib an mal gerade noch zwei Drähtchen.
– Einige Originalstecker hat er dick und fett mit Isolierband umwickelt. Leider auch solche Stecker die man trennen muss um z.B. an das Birnchen vom Hauptscheinwerfer zu kommen. Nicht gerade intelligent, wenn man bei jedem Birnchen Wechsel oder bei Wartungsarbeiten jedesmal das Isolierband wieder entfernen muss.
– An einer Stelle wird eine Blende durch einen Zapfen in einer Nut gehalten. Er hat den Zapfen an der Blende entfernt und dafür eine Schraube in das Loch rein gedreht. Sinnlos hoch drei.

Da war guter Rat teuer. Eine erste Idee, war einen Motor aus meinem Fundus in die 500er ein zu bauen. Nach einigen Diskussionen und Kosten von 150,– EUR für die Erstellung deutscher Papiere plus Eintragung 650er Motor, war klar, dass lohnt nicht.

Also habe ich die Kiste geschlachtet, den Rahmen in den Schrott gegeben und die guten Teile (ja einiges ist tatsächlich zu gebrauchen) eingelagert.

Bei der Suche nach einem Neuanfang, ist mir noch eine KLR 650 Tengai über den Weg gelaufen. Die paar Teile (O-Ton Verkäufer) entpuppten sich dann als eine fast komplette Tengai. Auch die wurde geschlachtet und eingelagert. Man kann auch mal Glück haben, der Preis war nämlich Spitze.

Und was mache ich jetzt mit dem ganzen Zeug?
Das seht Ihr auf der Seite KLR 650 Spezial 🙂